Freitag, 13. April 2018

Calla Frühling 2018 (1)


¨ Am Ende gibt es doch nichts, das uns mehr erden kann, als das Rauschen der Wellen und die salzige Brise des Meeres, wenn wir im Sand sitzen und die Unendlichkeit von Himmel und Meer beobachten. Daher ist das Meer so viel für mich: Es ist meine Inspirationsquelle, mein Fels in der Brandung, mein Ruhepol. Es ist Sanftmut und Wildheit zugleich, und selbst im Sturm noch Faszination. Es schafft Raum für Gedanken und Ideen - Platz für Veränderung und Wachstum. 
(nach: K. Seck)


                                                               John Constable


Calla, 22. März 2018

¨Bergfest¨ liegt schon hinter uns und - obwohl ich nicht vorhatte, zu schreiben, treibt es mich nun doch an den Küchentisch mit Blick in den Garten.   
Heute ist der Himmel verhangen, als gäbe es ihn nicht... Er hängt  direkt über dem Rasen als graue, undurchdringliche Masse. Und so sehe ich lediglich das nahe Grün vor dem "sun room" und die Büschel der Narzissen, die dicke gelbe Akzente setzen.Das Grün hat uns  so sehr gefehlt und neben den Narzissen beginnt zaghaft der Ginster zu blühen.  Die Landschaft des Bogs ist noch braun und läßt nur ahnen, wie bunt  sie sein kann im Sommer. 




Wir sind seit 10 Tagen zurück in Calla und es ist genug geschehen, das sich festzuhalten lohnt. 
Seit die Autobahn südlich von Galway, auf die wir so sehr gewartet haben, eingeweiht ist, gibt es keine Shannon-Flüge mehr ab Berlin :)  und wir können derzeit nur über Dublin kommen. Dublin war und bleibt verbunden mit Florians Leben und es ist schade, dass der Kontakt zu Kevin im Grosvenor Square abgerissen ist. Ich weiß nicht einmal, ob er dort noch lebt.
Wir haben es dieses Mal vorgezogen, keinen Besuch zu wagen.  Ich möchte mich vor der Enttäuschung, Kevin nicht mehr vorzufinden an diesem Ort, schützen! Vielleicht nächstes Mal... Außerdem: Florian hat längst seinen festen Platz hier im Haus.


Auch diesmal war die Ankunft nicht sehr glücklich, das Haus kalt, weil wir unseren Flug um einen Tag vorverlegt hatten, dies aber leider Claudia nicht mitteilten.. Und wieder fanden wir uns kaum zurecht im dort mittlerweile entstandenen "kleinen Choas der Dinge", die eigentlich ihre festen Plätze haben.
Ich habe darüber nachgedacht, weshalb mir diese ¨Kleinigkeit¨, wie mancher sicher denken wird, so sehr zu schaffen macht:  Ich komme nicht in ¨mein Haus¨ zurück, wenn die Dinge dort nicht mehr zu finden sind, wo ich sie hingestellt habe... Meine Seele braucht diese äußere Ordnung, um das immer wiederkehrende innere Chaos so gut wie möglich zu beherrschen. Aber es geht dann doch immer recht schnell - wir rücken alles zurecht und auch die Küchenschränke haben bald wieder "unsere Ordnung" :)  





Wenn dieser schwierige Part des Ankommens bewältigt ist, wenn die Koffer ausgepackt sind, die Sträuße, die wir um diese Zeit mitbringen in den Vasen stehen;  wenn die Lebensmittel verstaut sind, und das Torffeuer brennt, dann  weiß ich, dass die Unannehmlichkeiten schnell vergessen sein werden.  Es gibt den Ausdruck, etwas ¨ in Besitz zu nehmen¨, den ich bisher vermied und nicht mochte;  hier macht er für mich Sinn:  wir müssen das Haus - jedes Mal - von Neuem zu ¨unserem¨ machen.  Diesen Schritt können wir nicht überspringen.  Das ist schade. 

Das Wetter zeigte sich  von sehr unterschiedlichen Seiten in den ersten Tagen, überwiegend aber trocken und deutlich kälter als in den letzten Jahren:  Winter!  Nachts Minusgrade.  Das haben wir selbst in den Urlauben im Dezember/Januar hier nicht erlebt. Also:  der Kofferinhalt blieb überwiegend unbenutzt :) Ein Segen, dass ich meine ¨Wintergarderobe¨ hier habe und hier lasse!  Frühling wird dann - hoffentlich - im Mai/Juni sein :) 

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